MEINE KINDERWUNSCH GESCHICHTE

MEINE KINDERWUNSCH
GESCHICHTE

 


Ich kann mich noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen (und dennoch ist es über 6 Jahre her). Wir fuhren für ein verlängertes Wochenende auf einen unserer Lieblings Campingsplätze und sprachen unbekümmert über die Zukunft. In diesem Gespräch fassten wir den Entschluss nicht mehr zu verhüten und öffneten uns sozusagen für Zuwachs. Wir dachten, dass würde sicherlich in naher Zukunft eintreffen…

Jahre später sassen wir erneut in der Kinderwunsch Klinik und die Ärztin riet uns von der Insemination ab. Diese würde bei uns so oder so nichts bringen. Der nächste Schritt sei die assistierte Befruchtung. Das bekannte Gefühl von Überforderung und Machtlosigkeit machte sich in mir bereit. Ich fühlte mich handlungsunfähig und völlig überrumpelt mit all diesen Informationen.

Zuvor hatte ich eine Operation in der Gebärmutter. Eine Kürettage (Auskratzung der Gebärmutter) und Bauchspiegelung. Bei einem Zyklusmonitoring wurde ein Polyp entdeckt, welcher Einfluss auf meine Fruchtbarkeit haben könnte. Dieser wurde entfernt und währenddessen wurde ebenfalls mein Bauchraum und das Becken nach Endometriose-Herden überprüft. Was im Nachhinein bestätigt wurde. Hinzu kommt das bei mir im Voraus Hashimoto-Thyreoditis diagnostiziert wurde. Dies ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Die Schilddrüse produziert annährend 30 Hormone und nimmt dadurch Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Ich hatte vieles ausprobiert, liess mich auf verschiedene Arten unterstützen, verzichtete auf noch mehr, in der Hoffnung damit meine Fertilität zu erhöhen. Bewusst und unbewusst habe ich mich von vielem zurückgezogen. Ich habe mich so sehr nach der Erfüllung unseres Wunsches gesehnt, dass ich mich dabei selbst verloren habe. Ich habe funktioniert, aber die Lust am Leben auf eine Art verloren.

In einer Segnung meiner Gebärmutter, die von einer wundervollen Frau begleitet wurde, hatte ich die Stimme in mir: “Ich will leben. Ich will voll und ganz leben. LEBEN - nicht funktionieren.”
Dieser Ruf des Lebens, hat mich aufgeweckt. Hat mir gezeigt, dass ich mein Leben auch anders gestalten kann. Und das es auch lebenswert ist. Unser Wunsch ist immer noch da, aber wir durften uns auch ein wenig von ihm lösen. Schenken unserem eigenen Leben und unseren (anderen) Wünschen wieder mehr Platz. Wir haben uns entschieden unser Leben nicht nur von diesem einen Wunsch kontrollieren zu lassen.
Es zeigt uns immer wieder: Was für ein Wunder das Leben ist! Und das wir es genau aus diesem Grund aus vollem Herzen geniessen sollten.

Ich habe gelernt wieder mehr Leichtigkeit und Freude in mein Leben zu bringen. Und mit mehr Gelassenheit durch die Kinderwunschzeit zu gehen. Ich befasste mich mit mir selbst und meiner persönlichen Weiterentwicklung. Weiterbildungen in der Körperarbeit, Frauenarbeit, Kinderwunsch Coaching und der Kunsttherapie haben mich bestärkt und haben mein Vertrauen in mich und das Leben gefördert.

Es wäre eine Lüge, zu sagen es gibt keine Tiefs mehr. Die Erfahrung einer kleiner Geburt (Fehlgeburt), liess mich noch einmal sehr tief hinab tauchen. Aber ich lernte für mich all die Gefühle zuzulassen und konnte einen Umgang damit finden.

Diese Reise hat mich verändert und oftmals viel von mir abverlangt. Und dennoch hat es mir viel gezeigt und hat mich auf einen Weg geführt, denn ich sonst wohl nie gegangen wäre.

Denn während diesem Prozess ist mein Wunsch gewachsen, anderen Frauen in der Kinderwunschzeit Unterstützung zu bieten. Der Austausch mit anderen, das Teilen und Ausdrücken meiner Gefühle, meiner Erfahrungen und meiner Empfindungen hat mir immer wieder geholfen. Und genau an diesem Punkt möchte ich meine Begleitung anknüpfen.

Denn etwas wichtiges, dass ich in dieser Zeit gelernt habe: wir müssen diesen Weg nicht alleine gehen!

Manchmal sind die Dinge,
die wir nicht ändern können,
die Dinge die uns ändern.